Staatliche Berufsschule Bad Kissingen
Staatliche Fachschule für das Hotel- & Gaststättengewerbe

Unter diesem Motto startete die Klasse der Hotelfachschule 1, der Fachschule für das Hotel- und Gaststättengewerbe, am Mittwoch, den 20.07.2022 gemeinsam mit ihrer Lehrerin StDin Uschi Delißen ihren ersten Exkursionstag.

Zur Einstimmung in den Tag trafen sich die Schüler um 11:30 Uhr am Parkplatz der Grundschule in Gräfendorf, um zum dortigen Trettstein-Wasserfall zu wandern. Auf dem Weg dorthin, waren die Schüler:innen trotz der starken Hitze von der Schönheit des Waizenbachtals begeistert. Auf halber Strecke konnten sie einen kurzen Blick auf das Baumhaushotel Seemühle erhaschen. Dabei sahen sie die historische Seemühle mit Mühlrad, zwei Baumhäuser, die Sauna mit Naturteich sowie das Waldhaus. Am Trettstein angekommen gönnten sie sich eine kurze Verschnaufpause und genossen den Blick auf den Wasserfall, bevor es wieder zurück zum Auto ging.

Nach einer kurzen Autofahrt versammelten sich die Schüler:innen vor dem Tor des Milchhofes Müller. Hier wurden sie freudig von Hofhund Mila empfangen – dicht gefolgt von ihrem Frauchen. Nach der herzlichen Begrüßung ging es direkt ab in den Kuhstall. Dort erläuterte die Bäuerin, welche Vielzahl an Aufgaben sie tagtäglich zu bewältigen hat. Unter anderem erzählte sie vom Melken, vom Füttern, von der Herstellung des Futters und der Versorgung der Kälbchen. Sie erläuterte den Schüler:innen welch hoher Zeitaufwand hinter einem solchen landwirtschaftlichen Betrieb steckt und das ein solcher Betrieb nur funktioniert, wenn die ganze Familie mit anpackt. Die Schüler:innen verglichen die Arbeitszeiten mit denen in der Gastronomie und mussten feststellen, dass es ihnen im Vergleich dazu doch besser geht. Außerdem bekamen sie Einblicke in die finanzielle Situation der Landwirte sowie die rechtlichen Vorgaben der Milch- und Getreideproduktion. So konnten sie verstehen, warum es für Landwirte oft schwer ist, sich den immer schneller ändernden Kundenwünschen und Politikvorgaben anzupassen. Nach einem kleinen Hofrundgang bildeten eine Tasse Kaffee mit frischer Milch, einem Stück Käsekuchen und verschiedene Joghurts den krönenden Abschluss.

Gut gestärkt konnte es weiter gehen. Schon nach wenigen Minuten Autofahrt fand sich die Klasse auf dem Parkplatz der Genussbrennerei Lutz in Windheim ein. Hier wurden sie im Verkostungsraum vom Senior Manfred Lutz empfangen. Dieser freute sich sehr darüber, den angehenden Betriebswirten die Welt der Spirituosen näher bringen zu dürfen. Zugleich verwies er auf die Wichtigkeit dieses Zusatzgeschäftes für die Gastronomie. Zur Begrüßung ließ er uns einen Granatapfel-Himbeer-Pfirsich Likör, der mit „Des Leckerle“ betitelt war, verkosten. Der Name bezeichnete den Geschmack, der sich im Mund entfaltete, äußerst treffend. Herr Lutz erklärte im Anschluss daran zuerst die wichtigsten Unterschiede zwischen Likör, Brand, Geist und Spirituose. Danach folgte ein weiterer Likör. Zu diesem erläuterte er die Herstellung der Liköre sowie das Ansetzen der Maischen. Als nächstes ging es weiter in die Vorbereitungshalle, in der die Klasse den Unterschied zwischen einer Abfindungs- und einer Verschlussbrennerei lernte. Neben unterschiedlichen Aufbewahrungsbehältnissen für die verschiedenen Rohstoffe, Maischen und Branntweine bekamen die Schüler:innen verschiedene Maischepumpen und einen Muser zu Gesicht. Weiter ging der Rundgang im Labor und der Verpackung. Hier versuchte Herr Lutz den angehenden Betriebswirten bewusst zu machen, welch große Weitsicht hinter dem Verkauf steckt, da es im Moment äußerst schwierig ist, Flaschen, Korken und Kartonagen zu erhalten. Beendet wurde die Besichtigung des Labors mit einem Mandarinenlikör. Direkt danach ging es weiter zum eigentlichen Herzstück der Produktionshalle – zur Brennerei. Dort staunte die Klasse nicht schlecht, als sie diese große Apparatur sahen. Erneut wurden sie fachmännisch aufgeklärt, wie ein solches Gerät funktioniert. So stellte sich für alle heraus, dass das Brennen eigentlich kein Hexenwerk ist, sondern eine reine Anwendung von Physik, Chemie und einer Portion Erfahrung. Die Verkostung eines Zwetschgenbrandys bildete den Abschluss.

Nach spannenden zweieinhalb Stunden und einer kurzen Autofahrt fand sich die Klasse im Weinberg der Familie Schum ein. Dort angekommen betrachteten sie den Aufbau einer Weinbergsanlage. Hierbei stellten die Schüler:innen Unterschiede im Alter der Rebstöcke, den verwendeten Materialien in der Stickelanlage und den Rebsorten fest. Außerdem konnten sie den für diese Region typischen Muschelkalk begutachten. Nach kurzer Zeit ging es weiter zum Weinbau der Familie Schum. Hier wartete bereits eine köstliche Brotzeitplatte mit selbst hergestellten hausmacher Wurstspezialitäten und selbstgekochtem Kochkäse auf die hungrige Gruppe. Nach einer Stärkung ging es weiter mit einem Hofrundgang. Zuerst konnten die Schüler:innen die Weinbergsmaschinen begutachten. Danach ging es nach einem kurzen Rundgang durch die Gärten in den Schweinestall, wo sie mit einem freundlichen Grunzen von den Schweinen begrüßt wurden. Nach einer kurzen Streicheleinheit ging es weiter in die Kelterhalle, in der ihnen Herr Schum die Funktionsweise einer Traubenpresse erklärte. Doch wo gelangt der Traubensaft hin? – Um das zu sehen, öffnete er die Türen zum Weinkeller. Dieser wartete mit einer beeindruckenden sechs Meter hohen Bruchsteinmauer auf, welche den Keller auf natürliche Weise kühlt, sodass keine Klimaanlage benötigt wird, um das ganze Jahr über eine relativ konstante Temperatur zu halten. Ebenfalls waren die Gerätschaften, die zum Ausbau des Weines benutzt werden, ein weiteres Augenmerk für die Schüler:innen. Zum Abschluss besichtigten sie noch die Küche der Heckenwirtschaft und das „Stübchen“, in dem alles begann. Abschließend bekamen sie noch eine Präsentation über ein Jahr im Leben eines Winzers vorgeführt. 

Nach einem anstrengenden, aber sehr lehrreichen Tag bei den Urproduzenten unserer Lebensmittel verabschiedeten sich die Schüler:innen und machten sich mit viel neuem Wissen auf den Weg nach Hause.

Ramona Schum, HFS, Juli 2022

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